Eine Literaturanalyse verschiedener Studien hat folgende Rahmenbedingungen identifiziert, die für die erfolgreiche Vorbereitung und Umsetzung einer CoP an Schulen wesentlich sind (Silveira-Maia et al., 2025):
Regelmäßige Treffen einmal pro Monat über einen Zeitraum von 7 bis 9 Monaten.
Einbeziehung von Personen, die ein unmittelbares Interesse daran haben, alltägliche Herausforderungen im Unterricht zu bearbeiten.
Treffen in regelmäßigen und authentischen Praxiszusammenhängen.
Klarstellung, dass es in den Treffen nicht darum geht, sofort alle Antworten zu finden, sondern gemeinsam Fragen zu erkunden.
Klärung der Rollen und Verantwortlichkeiten der Mitglieder.
Anerkennung, dass das Team auf den Informationen und Erfahrungen aller Beteiligten aufbaut, um in einem partizipativen und kreativen Prozess neue Ideen zu entwickeln.
Bewusstsein dafür, dass es von Beginn an keine endgültigen Lösungen gibt - vielmehr wird ein Ansatz entwickelt, der in der Praxis erprobt und bei Bedarf angepasst wird. Es handelt sich um einen fortlaufenden und sich entwickelnden Prozess.
Wie bereits bei der Zusammenstellung des CoP-Teams hängt auch die Vorbereitung der Community of Practice selbst von ihrem jeweiligen Schwerpunkt ab und erfordert Aufmerksamkeit für die beteiligten Personen, den Kontext, den zeitlichen Rahmen und die gemeinsamen Regeln. Es handelt sich um einen kontinuierlichen und kooperativen Entwicklungsprozess.
Von der Erfahrung zur Praxis: Unsere Tipps für den Einstieg
Keine Sorge - Sie müssen nicht sofort mit großen Schritten beginnen. Auf Grundlage unserer Erfahrungen möchten wir einige praktische Tipps teilen, die Ihnen helfen können, den Einstieg zu gestalten und die Zusammenarbeit langfristig aufrechtzuerhalten:
Klein anfangen: Probieren Sie kurze, fokussierte Treffen aus, beispielsweise kurze Austauschrunden in der Mittagspause.
Auf Bestehendem aufbauen: Verknüpfen Sie die CoP mit bereits vorhandenen Aktivitäten oder Schulentwicklungsprozessen, anstatt zusätzliche Strukturen zu schaffen.
Verantwortung im Team verankern: Lassen Sie die Beteiligten selbst entscheiden, wie häufig sie sich treffen und welche Themen sie bearbeiten möchten.
Engagement wertschätzen: Machen Sie Beiträge sichtbar und bedeutsam und würdigen Sie auch kleine Erfolge.
Diese kleinen Schritte können eine wichtige Grundlage schaffen, auf der eine lebendige und nachhaltige Community of Practice wachsen kann.
CoP-Treffen planen und erfolgreich gestalten
Bei der Vorbereitung einer CoP kann es hilfreich sein, ein Planungstool für Besprechungen wie IDOARRT zu verwenden. Dieses Tool bietet eine einfache Struktur, um effektive Treffen vorzubereiten, Klarheit zu schaffen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu unterstützen.
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Intention (Ziel und Zweck)
Definieren Sie den Zweck des Treffens: Was bringt die CoP zusammen und warum ist dieses Treffen wichtig? Eine klare Zielsetzung hilft allen, den gemeinsamen Fokus zu verstehen und schafft eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit. Beispielsweise kann ein Satz formuliert werden, der den zentralen Anlass des Treffens beschreibt und mit dem Kernteam geteilt wird.
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Desired Outcome (Gewünschte Ergebnisse)
Beschreiben Sie, was am Ende des Treffens erreicht werden soll. Klar formulierte Ergebnisse geben Orientierung und helfen sicherzustellen, dass die gemeinsame Zeit zu konkreten Ergebnissen führt. Wenn diese im Vorfeld kommuniziert werden, können sich die Mitglieder des Kernteams gezielt vorbereiten.
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Agenda (Tagesordnung)
Planen Sie die Themen und Aktivitäten, die notwendig sind, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen. Eine klare Agenda strukturiert die Diskussion, hält den Austausch zielgerichtet und schafft Transparenz darüber, was die Teilnahmenden erwartet.
Nachdem diese Vorbereitungen getroffen wurden, können Sie das Kernteam zum Treffen einladen. Wir empfehlen eine persönliche und motivierende Einladung: Sie schafft eine wertschätzende Atmosphäre, zeigt, dass die Beteiligung jeder einzelnen Person wichtig ist, und verdeutlicht die gemeinsame Verantwortung für die Gestaltung der CoP.
Die Einladung sollte folgende Elemente enthalten und rechtzeitig verschickt werden:
Den Zweck des Treffens: Formulieren Sie eine kurze und klare Aussage dazu, warum die Gruppe zusammenkommt. Diese gemeinsame Zielsetzung gibt der Zusammenarbeit Bedeutung und Orientierung.
Agenda, Datum und Uhrzeit: Durch frühzeitige Information können sich alle Beteiligten vorbereiten und aktiv am Treffen teilnehmen.
Nachdem Termin und Zeitpunkt festgelegt sind, können Sie die weitere Vorbereitung des Treffens konkretisieren.
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Roles (Rollen)
Klären Sie, wer während des Treffens welche Aufgaben übernimmt - beispielsweise die Moderation, Zeitmanagement oder Dokumentation. Klar definierte Rollen unterstützen Struktur, gemeinsame Verantwortung und eine reibungslose Zusammenarbeit. Rollen können zu Beginn eines Treffens verteilt oder regelmäßig gewechselt werde, um die Beteiligung aller zu stärken.
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Rules (Regeln)
Vereinbaren Sie einige gemeinsame Regeln für die Zusammenarbeit, um eine positive Gesprächskultur und einen sicheren Raum für offenen Austausch zu schaffen. Diese können zu Beginn kurz besprochen oder sichtbar auf einer Folie bzw. einem Whiteboard festgehalten werden.
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Time (Zeit)
Erstellen Sie einen Zeitplan und planen Sie realistische Zeitfenster für die einzelnen Punkte der Agenda ein. Dies hilft, den Überblick zu behalten und sicherzustellen, dass alle wichtigen Themen berücksichtigt werden.
Wie bereits erwähnt, ist es ein zentraler Bestandteil einer CoP, allen Beteiligten eine Stimme in Entscheidungsprozessen zu geben.
Gemeinsame Entscheidungsfindung unterstützt grundsätzlich die Förderung von Inklusion. In diesem Zusammenhang stellt interprofessionelle Zusammenarbeit einen wichtigen Ansatz dar(Sozialdesign, o.J.):
um wirksame, personenzentrierte und qualitativ hochwertige Unterstützung zu ermöglichen
um komplexe Situationen und vielfältige Bedürfnisse gemeinsam zu bearbeiten
und um Ergebnisse zu entwickeln, die keine einzelnen Professionen allein hätten hervorbringen können.
Damit CoP diese positiven Wirkungen entfalten können, ist eine sorgfältige Vorbereitung gemeinsamer Entscheidungsprozesse entscheidend. Unsere Toolbox (Modul 4) bietet verschiedene Methoden und Anregungen, um Sie bei der gemeinsamen Entscheidungsfindung zu unterstützen.
Reflexionsaufgabe(n)
Bereiten Sie Ihr nächstes CoP-Treffen vor, indem Sie die IDOARRT Vorlage herunterladen und Ihre Ideen zu den folgenden Leitfragen eintragen:
Intention - Was ist die Absicht oder der Zweck des Treffens?
Erwünschte(s) Ergebnis(e) - Welche konkreten Ergebnisse sollen am Ende des Treffens erreicht werden?
Agenda - Welche Aktivitäten wird die Gruppe in welcher Reihenfolge durchführen, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen?
Rollen - Welche Rollen oder Verantwortlichkeiten sind notwendig, damit das Treffen erfolgreich verläuft? Wer moderiert und wer nimmt teil? Wer dokumentiert und wer behält die Zeit im Blick? Welche Erwartungen haben Sie an die Teilnehmenden?
Regeln - Welche gemeinsamen Regeln sollten für das Treffen gelten? Diese können sich auf Gruppenvereinbarungen, die Nutzung digitaler Werkzeuge oder praktische Aspekte des Lernraums beziehen beziehen. Lassen Sie die Teilnehmenden eigene Regeln ergänzen, damit sie Verantwortung für diese Vereinbarungen übernehmen.
Zeit - Wie viel Zeit ist für das Treffen einschließlich Pausen vorgesehen und wann endet die Sitzung?
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Diese Übung kann auch in CoP-Sitzungen integriert werden. Sie können die Teilnehmenden auffordern, entweder zu Beginn oder am Ende einer Sitzung Vorschläge zu machen, um die nächste Sitzung mitzugestalten. Diese Vorschläge können dann sichtbar gemacht werden und zu Beginn der nächsten Sitzung erneut besprochen werden.
Quellen
Silveira-Maia, M., Neto, C., Sanches-Ferreira, M., Alves, S., Durães, H., Breyer, C., Vandenbussche, E., Boonen, H., Zacharová, Z., Ferková, Š., Schukoff, P., Unterreiner, S., & Teijsen, E. (2025). Mapping CoP for inclusion: a Knowledge Base. Instituto Politécnico do Porto. https://doi.org/10.26537/e.ipp.136
