Obwohl es kein festgelegtes Rezept dafür gibt, welche Personen Teil einer CoP sein sollten, zeigen Literaturanalysen zu Communities of Practice im Bereich inklusiver Bildung verschiedene Zusammensetzungen. Dazu gehören beispielsweise CoP mit Eltern/Erziehungsberechtigten, Lehrkräften und Inklusionspädagog:innen (Mortier, 2018; Mortier et al., 2010) sowie CoP, in denen Lehrkräfte, weitere Fachkräfte und Schüler:innen einer Schule zusammenarbeiten (Thompson, 2007).
Darüber hinaus zeigen Forschungsbefunde, dass eine CoP besonders erfolgreich sein kann, wenn sie aus etwa 6 bis 8 Mitgliedern besteht (Walton et al., 2019). Abhängig vom konkreten Anliegen der CoP und im Sinne der Förderung inklusiver Bildung sollten verschiedene Dimensionen von Vielfalt berücksichtigt werden. Eine interprofessionelle CoP kann beispielsweise Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen des schulischen Umfelds einbeziehen, wie etwa:
Schulleitung
Klassenlehrkräfte
Lehrkräfte für Inklusive Bildung
Schulassistent:innen
Sozialarbeiter:innen
Schulpsycholog:innen
Therapeutische Fachkräfte
...
Darüber hinaus müssen bei der gemeinsamen Arbeit zur Förderung von Inklusion und Wohlbefinden aller Lernenden auch die Stimmen der Schüler:innen sowie ihrer Familien neben den Perspektiven der Fachkräfte berücksichtigt werden.
Idealerweise ...
... arbeiten die verschiedenen Professionen gemeinsam am gleichen Thema und bringen dabei ihre jeweiligen Methode und Fachkenntnisse ein.
... werden Schüler:innen und ihre Familien aktiv beteiligt.
... übernimmt jeweils die am besten geeignete Person für die aktuelle Fragestellung die Leitung.
... begegnen sich Mitglieder interprofessioneller Teams auf Augenhöhe und kennen sowie wertschätzen die Kompetenzen und das Fachwissen der jeweils anderen Professionen.
(Sozialdesign, o.J.)
Das feste Kernteam einer CoP kann bei Bedarf durch weitere Mitglieder ergänzt werden, die neue Perspektiven und zusätzliches Wissen einbringen und den Lösungsprozess unterstützen. Gleichzeitig können zusätzliche Mitglieder dazu führen, dass sich der Fokus der CoP in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Daher sind eine klare Struktur der CoP sowie eindeutig definierte Beteiligungsmöglichkeiten entscheidend, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf ein gemeinsames Ziel hin sicherzustellen.
Wenn Schulen CoP erfolgreich im Kontext der Inklusion etablieren möchten, sollte das definierte Ziel bzw. sollten die definierten Ziele eine oder mehrere Dimensionen von Vielfalt berücksichtigen. Umso wichtiger ist es, dass sich diese Vielfalt auch in der Zusammensetzung des CoP-Teams widerspiegelt. Durch die bewusste Einbindung von Personen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven kann eine CoP die komplexen und vielschichtigen Anforderungen inklusiver Bildung besser verstehen und wirksam bearbeiten.
Reflexionsaufgabe(n)
Entwickeln Sie eine visuelle Darstellung Ihres CoP-Kernteams. Reflektieren Sie, welche Aspekte von Vielfalt bereits innerhalb der Gruppe vertreten sind. Welche Perspektiven sind vorhanden und welche könnten fehlen? Wie könnten diese unterschiedlichen Perspektiven die Herangehensweise Ihrer CoP an inklusive Bildung beeinflussen?
Wenn Sie gerade dabei sind, eine CoP aufzubauen, überlegen Sie, welche Kolleg:innen, Schüler:innen oder andere relevante Beteiligte einbezogen werden könnten, um möglichst viele Dimensionen der Viefalt abzubilden. Wer könnte wertvolle Einblicke oder persönliche Erfahrungen einbringen, die die Diskussionen und Aktivitäten Ihrer CoP bereichern würden?
Quellen
Mitchell, D. (2016). Diversities in Education: effective ways to reach all learners. Routledge.
Mortier, K. (2018). Communities of Practice: a Conceptual Framework for Inclusion of Students with Significant Disabilities. International Journal of Inclusive Education, 24(3), 329–340. https://doi.org/10.1080/13603116.2018.1461261
Mortier, K., Hunt, P., Leroy, M., Van de Putte, I., & Van Hove, G. (2010). Communities of practice in inclusive education. Educational Studies, 36(3), 345–355. https://doi.org/10.1080/03055690903424816
Sozialdesign. (o.J.) Interprofessionelle Zusammenarbeit. https://www.socialdesign.ch/interprofessionelle-zusammenarbeit/
The Society for Diversity (2023). Communities of Practice Handbook. The Society for Diversity.
Thompson, S. A. (2007). A Community Just for Practice: A Case of an Inclusive/Special Education Course [Abstract]. Canadian Journal of Education / Revue Canadienne de l’éducation, 30(1), 171–192. https://doi.org/10.2307/20466631
Walton, E., Carrington, S., Saggers, B., Edwards, C., & Kimani, W. (2019). What matters in learning communities for inclusive education: a cross-case analysis. Professional Development in Education, 48(1), 134-148. https://doi.org/10.1080/19415257.2019.1689525
